Frauenarbeit macht Medienarbeit

Studientag der EFB im Studio Franken des BR in Nürnberg

„Wir wollen authentische Frauen im Fernsehen sehen“, betonten die Teilnehmerinnen des Studientags „Frauenbilder im Fernsehen, in unseren Köpfen und im ‚richtigen‘ Leben“ am Samstag, 28. Mai im Studio Franken in Nürnberg. Dieses Anliegen teilt auch Andreas Bönte, Programmbeauftragter und Leiter des Bereichs Programmplanung und Entwicklung des Bayerischen Fernsehens.
Er bestätigte die Beobachtung der Zuschauerinnen, dass die Medien sich stark an den Rändern der Gesellschaft bewegen und bestätigte das Fehlen authentischer Figuren im deutschen Fernsehen. „Uns fehlt manchmal der Mut, Themen anzugehen, mit denen man anecken kann“, räumte Bönte ein. „Es ist schwierig, Dinge zu machen, die an die Grenzen gehen.“

Der Programmplaner verfolgte die Gruppengespräche der 40 Teilnehmerinnen aus ganz Bayern hochinteressiert. Sie beobachten die Medien teilweise seit Jahrzehnten und stellten selbstkritisch fest, als ältere Frauen mit bürgerlichem Hintergrund nur ein eingeschränktes Spektrum der Zuschauerinnen zu repräsentieren. Sie wünschen sich authentische Frauen im Fernsehen auch bei den Moderatorinnen, die anderen keinesfalls ständig ins Wort fallen sollten. „Wir wollen uns im Fernsehen wieder erkennen“, hatte Elke Beck-Flachsenberg, Stellvertretende Vorsitzende des Rundfunkbeirats und Vorsitzende der Evangelischen Frauenarbeit in Bayern festgestellt.

Sabine Ost