Frauen in der Kirche

Die EFB ist ein Zusammenschluss evangelischer Frauen in Bayern. Als Dachverband von 21 Mitgliedsorganisationen versteht sie sich als gesellschaftspolitisches Sprachrohr. Innerhalb der bayerischen Landeskirche und in gesellschaftlichen Gremien vertritt die EFB die gemeinsamen Interessen und Anliegen ihrer Mitglieder und macht sie durch ihren weiträumigen Wirkungskreis auf vielfältige Weise sichtbar.

 Die EFB 

  • fördert den Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationen
  • befasst sich mit Themen und Fragen, die Frauen in der Kirche und in der Gesellschaft gemeinsam betreffen
  • nimmt Stellung zu kirchlichen und gesellschaftlichen Themen
  • gibt Impulse in der Frauenarbeit und setzt Prozesse in Bewegung.

Aktuelles Engagement

 

PRESSEMITTEILUNG

EFB-Delegierte im BR-Rundfunkrat und BLM-Medienrat in führende Positionen gewählt

Elke Beck-Flachsenberg und Katharina Geiger erneut in den jeweililgen Vorständen

Erlangen, 23. Mai 2017 Elke Beck-Flachsenberg, bei der letzten Mitgliederversammlung der Evangelischen Frauen in Bayern (EFB) wieder in den Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks entsandt, wurde bei der konstituierende Sitzung des Rundfunkrats zur Schriftführerin gewählt. Seit 1990  gibt sie im Rundfunkrat den Evangelischen Frauenorganisationen eine Stimme. In der vorhergehenden Amtsperiode war sie stellvertretende Rundfunkratsvorsitzende. „Der Bayerische Rundfunk und damit auch die Gremienarbeit stehen vor großen Herausforderungen, denn die Digitalisierung erfordert ein Umdenken und Neugestalten - und dies bei gleichzeitig bitteren Sparmaßnahmen. Gremienarbeit bedeutet auch, den BR im Medienverbund der ARD zu sehen und in der jeweiligen Mitgliedsorganisation einzutreten für die Notwendigkeit eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks für unsere Demokratie. Als evangelische Gremienvertreterin eines Frauendachverbands ist mir der Bildungsaustrag des Senders und seine Frauenförderung ein weiteres gewichtiges Anliegen - und ich setze auf viele Anregungen, Kritik und Begleitung von den Mitgliedern der EFB-Verbände“, so Elke Beck-Flachsenberg nach ihrer Wahl am 11. Mai 2017.

Am gleichen Tag wurde Katharina Geiger, ebenfalls kürzlich erneut von den Evangelischen Frauen in Bayern (EFB)  in den Medienrat der Landeszentrale für neue Medien (BLM) entsandt, mit großer Mehrheit zur stellvertretenden Medienratsvorsitzenden gewählt. Die Geschäftsführerin des Landesverbandes Bayern des Deutschen Evangelischen Frauenbundes vertritt seit 2006 die Evangelischen Kirchlichen Frauenorganisationen im Medienrat und gehört seit 2011 als Schriftführerin dem Vorstand des Medienrates an. „Es liegen spannende Zeiten vor uns und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinen Vorstandskollegen. Es gilt hier, nicht staunend zuzuschauen bei der rasanten Entwicklung und Veränderung der Medien, sondern zu gestalten. Mir sind aber auch die Nutzerinnen, insbesondere Kinder und Jugendliche, wichtig. Stichwort hierfür ist die Förderung der Medienkompetenz“, so Katharina Geiger.

Somit sind wieder beide Delegierte der Evangelischen Frauen in Bayern (EFB) in führende Positionen der bayerischen Medienaufsichts-Gremien gewählt worden. Hiermit wird es umso deutlicher, wie wichtig es war, sich stark zu machen für ein unmittelbares Delegationsrecht der christlichen Frauenorganisationen in den Rundfunk- und Medienrat. Denn ist es - gerade durch die sozialen Medien mit einer verstärkten BürgerInnenbeteiligung - wichtig, dass die Nutzerinnen der Medienangebote in den privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern gesehen, gehört und befragt werden. Dass diese Basis einbezogen und an ihre Verantwortung appelliert wird, ihnen aber auch Stimme gegenüber den Verantwortlichen gegeben wird, ist das Anliegen der Rundfunk- und Medienrätin bei ihren Tagungen im Bayerischen Rundfunk und in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.

>>> Pressemitteilung des Rundfunkrates des Bayerischen Rundfunks

>>> Pressemitteilung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) zur Medienratswahl

 

v.l.n.r.: Thomas Rebensburg, Schriftführer, Katharina Geiger, stellvertr. Vorsitzende, Walter Keilbart, Vorsitzender
Bildquelle: BLM

 

PRESSEMITTEILUNG

Vorstandswahl der Evangelischen Frauen in Bayern (EFB)

Elke BEck-Flachsenberg bleibt Vorsitzende

Stein, 20. März 2017 Elke Beck-Flachsenberg von der Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der ELKB bleibt erste Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Bayern (EFB). Auf ihrer Mitgliederversammlung am 17. März 2017 in Stein wurde sie in ihrem Amt bestätigt. Ebenso wiedergewählt wurde die zweite Vorsitzende Eva Schoenauer vom Team für Pfarrfrauenarbeit in Bayern. Als Besitzerinnen ergänzen wie in den letzten Jahren Katharina Geiger (Deutscher Evangelischen Frauenbund – Freundeskreis Haus für Mutter und Kind e.V.), Nina Golf (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der ELKB – Frauen und Arbeit), Judith Großer (Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg), Monika Siebert-Vogt (Verein für internationale Jugendarbeit e.V. ) und Helga Weid (Verband für Dorfhelferinnen e.V.) den neuen EFB-Vorstand in den kommenden vier Jahren.

„Die Wiederwahl des bisherigen Vorstands ist ein großer Vertrauensbeweis der Delegierten aus den 21 Mitgliedsorganisationen. Wir wollen in dieser Kontinuität und in unserer Profilschärfung in den kommenden vier Jahren verstärkt Sprachrohr der Evangelischen Frauen in Bayern und Stimme evangelischer Frauen in den von uns vertretenen Gremien sein“, so die alte und neue EFB-Vorsitzende Elke Beck-Flachsenberg nach ihrer Wiederwahl.

Im Anschluss an die Vorstandswahlen wählten die Delegierten der Mitgliedsorganisationen ihre Vertreterinnen in den Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks und der Medienrats der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Elke Beck-Flachsenberg sitzt ab 1. Mai wieder als Entsandte der evangelischen Frauenorganisationen im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks. In den Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien wurde erneut Katharina Geiger, Mitglied im Vorstand der Evangelischen Frauen in Bayern, für die nächsten fünf Jahre einstimmig gewählt.

 Bild (EFB-Vorstand) v.l.n.r.:  Katharina Geiger, Helga Weid, Eva Schoenauer, Judith Grosser, Monika Siebert-Vogt, Nina Golf, Elke Beck-Flachsenberg

 

PRESSEMITTEILUNG

"Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen"

Studientag der Evangelischen Frauen in Bayern widmete sich dem Thema Organspende

Stein, 18. März 2017 Unter dem Titel „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ luden die Evangelischen Frauen in Bayern (EFB), der Dachverband evangelischer Frauenorganisationen in Bayern, am 18. März 2017 zu einem Studientag zum Thema Organspende ein. Der Fokus lag dabei auf der Grenzsituation zwischen Leben und Tod. Der Studientag bot die Möglichkeit, sich aus verschiedenen Bereichen und Blickwinkeln durch Referierende informieren zu lassen.

Schon der Einstieg mit zwei Filmen der Journalistin Silvia Matthies machte an einem Einzelfall und durch ein Interview mit einem Spezialisten deutlich, was viele Menschen bei diesem Thema bewegt. So z.B. die Frage, wie sicher die Hirntod Diagnose ist und ob diese wirklich den Tod eines Menschen bedeutet. Aus medizinischer Sicht erläuterte Dr. Stefanie Förderreuther vom Neurologischen Konsildienst der LMU München dazu die wichtigsten Fakten. Der Theologe und Ethiker Prof. Dr. Arne Manzeschke, Ethik und Anthropolgie für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EHN) und Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie an der EHN, zeigte in seinem Referat, wie sich die Grenzziehung zwischen Leben und Tod im Lauf der Zeit veränderte. Er verwies dezidiert darauf, dass sich der exakte Todeszeitpunkt noch nie feststellen ließ. Jede Gesellschaft, so Manzeschke, sei bzgl. Organspende vor ethische Herausforderungen gestellt, die klare Vereinbarungen erforderlich machen. Dr. Thomas Breidenbach von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und geschäftsführender Arzt der Region Bayern ging in seinen Beiträgen v.a. auf die Organtransplantation ein. Aus Sicht der Seelsorge beleuchtete schließlich die Klinikseelsorgerin Karola Glenk vom Nürnberger Klinikum das Thema. Im Plenum wurde das Thema Organspende mit allen Referierenden diskutiert.

>>> Lesen Sie hier einen Bericht zum EFB Studientag

Die Referentinnen und Referenten bei der Podiumsdiskussion des EFB Studientages.

(c) Foto: K. Geiger

 

Pressemitteilung und Stellungnahme des Bayerischen Landesfrauenrates

Die Evangelischen Frauen in Bayern (EFB) unterstützen die folgende Pressemitteilung, die ihr zugrundeliegende Stellungnahme sowie die daraus resultierenden Forderungen an Politik, Arbeitgeber, Sozialversicherungsträger und Gesellschaft. Die EFB als Dachverband evangelischen Frauenorganisationen ist Mitglied im Bayerischen Landesfrauenrat und arbeitet mit ihren sechs Delegierten auf allen Ebenen und in den jeweiligen Ausschüssen mit, die die Stellungnahmen vorbereiten.

Körperliche und seelische Auswirkuungen der Pflegetätigkeit bei Frauen

Das Thema Pflege ist die große gesellschafts- und sozialpolitische, vor allem aber auch kulturelle Herausforderung der nächsten Jahrzehnte. 70 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Bei 47 Prozent übernehmen dies die Angehörigen. Doch wer ist es, der pflegt? Es sind meistens weibliche Angehörige! Sie sind mit enormen Belastungen konfrontiert. Wenn sie dann noch berufstätig sind, sind sie schnell einer Dreifachbelastung zwischen Familie, Pflege und Beruf ausgesetzt, was zu großem psychischem Druck führt. „Hinzu kommt die körperliche Anstrengung der Pflege“, erklärte Hildegund Rüger, Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrates, anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Stellungnahme „Frauen als pflegende Angehörige – Auswirkungen der Pflegetätigkeit auf die körperliche und seelische Gesundheit sowie Lebensumstände“ des Ausschusses für Gesundheitspolitik im Bayerischen Landesfrauenrat.

>>> Hier geht es zur Stellungnahme

 

Feierliche Einführung von Kirchenrätin Andrea Heußner am 20. Januar 2017

 


(Foto: Heike Gröner)
Kathrin Geiger (links) und Elke Beck-Flachsenberg (rechts) vom EFB-Vorstand freuen sich über
die zukünftige Zusammenarbeit mit der neuen Kirchenrätin Andrea Heußner (Mitte).

Andrea Heußner, bislang Älteste der Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg, hat die Stelle einer Referentin für Zielgruppenarbeit im Landeskirchenamt der ELKB übernommen. In dieser Funktion ist sie auch für die Frauenarbeit zuständig und Nachfolgerin von Kirchenrat Karrer. Die feierliche Einführung von Frau Heußner fand am 20. Januar 2017 in der Münchner St. Johannes Kirche statt.

 

Einladung zum EFB Studientag "Organspende" am 18. März 2017

 

"Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen".

Ein Beitrag zur Organspendendebatte

Samstag, 18. März 2017
10.00 Uhr bis 16.30 Uhr

Evangelische Frauen in Bayern (EFB)
im Tagungs- und Gästehaus im FrauenWerk Stein e.V.

Wir bitten um Ihre Anmeldung. Bitte nehmen Sie Kontakt auf mit: efb-geschaeftsfuehrung@frauenwerk-stein.de

Die Entscheidung zu einer Organspende berührt die Grenzsituation zwischen Leben und Tod.
Damit ist ein interdisziplinäres Thema angeschnitten,  denn  viele Aspekte werden berührt, medizinische, juristische, theologische, ethische, bioethische, psychologische …Nicht alle Gesichtspunkte werden an einem Studientag behandelt werden können, die zentralen Fragen jedoch heißen: Ist die Organspende eine Christinnenpflicht? Und: Wann ist ein Mensch tot? Sind Hirntote –diese Diagnose muss bei der Organspende gegeben sein- Tote oder Sterbende? Ist Sterbezeit auch Lebenszeit?

Mit diesen schweren und schwerwiegenden Fragen setzen  sich die Evangelischen Frauen in Bayern (EFB) auseinander, seit sie die Kampagne der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) für einen anderen Organspendeausweis unterstützen.

Der Studientag soll einen Beitrag zur Debatte leisten, die Skepsis und die vielen offenen Fragen anschneiden, aber auch  die Notwendigkeit von Organspenden thematisieren. Er will einen öffentlichen Diskurs zu den existentiellen Fragen anregen, möchte aufklären in diesem gesellschaftlich – politischen Kontext und  soll der Einzelnen und den EFB - Mitgliedsorganisationen sowie neu hinzukommenden Frauen Gelegenheit geben, sich Argumente dafür und dagegen anzuhören und sich in die Debatte einzumischen – um Klarheit für die eigene Person und die Positionierung des  Mitgliedsverband zu gewinnen.

Den Vormittag bestreiten eine Journalistin und ein Theologe.
Am Nachmittag ist vor und nach der Podiumsdiskussion die Meinung der Teilnehmenden gefragt.
An der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Frau Dorit Schatz nehmen dann sowohl Befürworter_innen  als auch Kritiker_innen teil.

Wir bitten um Ihre Anmeldung. Bitte nehmen Sie Kontakt auf mit: efb-geschaeftsfuehrung@frauenwerk-stein.de

>>> Flyer Organspende

>>> Lesen Sie hier einen Bericht zum Studientag

 

„Stimmungsmache gegen Geschlechtergerechtigkeit ist keine Bagatelle“

Kirche macht mobil gegen Rechtspopulismus -
Aufklärungsflyer zu rechtspopulistischer Anti-Gender-Hetze erschienen

Hannover/Bremen/Magdeburg (November 2016) Um den Fachbegriff Gender ist ein neuer Kulturkampf entbrannt, neokonservative und rechte Kräfte ziehen europaweit gegen eine liberale Geschlechterpolitik zu Felde. Über die politischen Hintergründe informiert jetzt eine Aufklärungsbroschüre, die das Evangelische Zentrum Frauen und Männer gGmbH gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle der Bremischen Evangelischen Kirche zur EKD-Synode herausbringt. „Wir folgen dem Aufruf von Präses Schwaetzer, rechtspopulistischen Tendenzen in Kirche und Gesellschaft konsequent entgegenzutreten“, erklärt Dr. Eske Wollrad, Geschäftsführerin des Evangelischen Zentrums Frauen und Männer. Der Flyer gebe in klarer Sprache Auskunft, was hinter der Rede vom sogenannten Genderismus stecke, sowie konkrete Tipps für den Umgang mit Stammtischparolen. „Die Stimmungsmache gegen Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt ist keine Bagatelle“, betont auch Peter Brockmann, Vorsitzender des Gleichstellungsbeirats der Bremischen Evangelischen Kirche. Auch wenn sie häufig weniger Beachtung fände als Xenophobie, stehe hinter beidem dieselbe menschenfeindliche Haltung. „Rechtspopulistische Kräfte bauen ‘Anti-Gender‘ als zweites Standbein auf. Und genau hier liegt leider ihr Einfallstor in Teile der Kirche“, so Brockmann. „Aufklärung ist auch deshalb dringend notwendig, weil diejenigen, die den Fachterminus Gender diffamieren, selten offen sagen, was sie wirklich wollen“, erläutert Martin Rosowski, Geschäftsführer am Evangelischen Zentrum Frauen und Männer. Sie forderten „Ehe und Familie vor!“ oder den „Schutz unserer Kinder“, zielten damit aber tatsächlich auf die Ungleichbehandlung all derer, die anders leben als sie selbst. „Gender hin oder her – es geht nicht um Wortklauberei, sondern um eine Schlüsselfrage“, so Rosowski. „Wofür treten wir in Kirche und Gesellschaft ein? Für eine Welt, in der alle auf Augenhöhe dazugehören? Oder für eine Welt, in der manche Menschen mehr wert sind als andere und daher mehr Schutz verdienen als sie?“ Der Flyer beschreibt die Strategie neokonservativer Kräfte in ganz Europa, mit Hilfe von Verunglimpfungen des Terminus‘ Gender ein stereotypes Bild vom Mann- und Frausein und von Familie festzuschreiben und andere Lebensentwürfe wieder zurückzudrängen.

Auf der Mitgliederversammlung der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) wurde der Flyer vorgestellt. Er ist vertsändlich, vom Text her überschaubar und praxisnah. Auf der Synode der EKD in Magdeburg war die Nachfrage groß, sodass die erste Auflage schon vergriffen ist. Der Flyer wurde von EFiD aber bereits nachgedruckt und kann kostenlos bestellt werden. Es fällt lediglich eine Versandpauschale an.

>>> Weitere Infos und Flyer

 

DENKANSTOSS AUS DEM BAYERISCHEN LANDESFRAUENRAT

Gendermarketing und Rollenbilder / Wo bleibt das Miteinander?
Rollenbilder im Marketing – (un)heimliche Erzieher?

14.11.2016 Der „Gurken Bub“ hat ein hellblaues Etikett, ist knackig und kräftig, das „Gurken Madl“ ist in rosa gehalten, knackig und lieblich. Der Inhalt in beiden Gläsern ist derselbe. In getrennten Regalen stehen: Glitzerndes Prinzessinnen-Spielzeug für die Mädchen, Piratenfiguren und Räuberpistolen für die Buben, gegenderte Smarties und Überraschungseier für Jungen und Mädchen, nach Farben sortiert in blau und rosa. Das gleiche Deo heißt einmal „Men Cool Kick“ und „Women Fresh Natural“. Können die Mitglieder einer Familie überhaupt noch dasselbe Duschgel benutzen?

Beim Gendermarketing steht die Kategorie Geschlecht an erster Stelle und ist für die Konzipierung eines Produkts sowie für die Strategie der Vermarktung entscheidend. Dabei geht es einerseits um geschlechtsspezifische Ansprache und andererseits um Gewinnmaximierung. Dieses Marketing beinhaltet die Gefahr, dass Frauen und Männer, Jungen und Mädchen auf einengende Rollenbilder festgelegt werden. Die Entwicklung der eigenen geschlechtlichen Identität und die freie Orientierung in der Gesellschaft werden dadurch behindert.
Problematisch wird es, wenn geschlechtsspezifische Rollenbilder im Gendermarketing so eng definiert werden, dass sie

  *   die Wahlfreiheit einschränken (Jungen mit rosa Büchertasche werden ausgelacht);
  *   Entscheidungswege vorbestimmen (Warum gibt es keine Babyausstattung in grün?);
  *   Klischees in der Gesellschaft zementieren (Spielzeug für Mädchen zielt auf Stabilität und Exponiertheit – für Jungen auf Status und Wettbewerb);
  *   Unterschiede statt Gemeinsamkeiten betonen (Frauen und Männer werden unterschiedliche Gurkengläser und verschiedene Duschgels angeboten);
  *   zu starren Stereotypen werden;
  *   zu Ungerechtigkeit führen (Rasierer oder Rasierschaum kostet im Lady-Design wesentlich mehr).

Wir leben in einer Gesellschaft der Vielfalt. Die Unterschiedlichkeit der Menschen sollte sich in der Konsumwelt abbilden, um den Bedürfnissen Aller gerecht zu werden. Grundsätzlich dienen vielfältige Rollenbilder der Entwicklung einer eigenen geschlechtlichen Identität und zur Orientierung in der Gesellschaft.
Durch die Werbestrategien beim Gendermarketing können gesellschaftliche Prozesse
negativ beeinflusst oder konterkariert werden. Gegenderte Produkte in den Regalen spiegeln nicht die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft wider, sondern schaffen ein Zerrbild der Realität. Dies betrifft insbesondere Mädchen und Frauen, wenn Weiblichkeit auf Schönheit, Schwäche oder Schutzbedürftigkeit reduziert wird.
Der Bayerische Landesfrauenrat macht auf die durch Gendermarketing und Genderpricing entstehenden Probleme aufmerksam und appelliert an die Zuständigen in Handel und
Werbung, hier Verantwortung für die Gesamtgesellschaft zu übernehmen.

Der Bayerische Landesfrauenrat ruft die Konsumentinnen und Konsumenten auf: Nutzen Sie Ihre Macht! Sie haben die Wahl!

Der Denkanstoß ist ein Ergebnis des Fachausschusses Medienpolitik, an dem die Delegierte der Evangelischen Frauen in Bayern (EFB) Katharina Geiger mitgewirkt hat.

 

Die besondere Situation und Rolle von Frauen und Mädchen auf der FLUCHT.

Pressemitteilung des Bayerischen Landesfrauenrates

27.10.2016 "Im Jahr 2015 wurden 30,8 Prozent der Asylanträge von Frauen gestellt. Frauen fliehen im Familienverbund, mit Angehörigen oder Freunden oder auch als allein Reisende mit und ohne Kind/-er. Für Frauen ist Flucht beschwerlicher und gefährlicher als für Männer. Diejenigen, die sich doch auf den langen Weg machen, sind während der Flucht einem hohen Risiko von sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Für Frauen im Familienverbund bedeutet die oft monatelange Flucht häufig den Verlust ihres Familiengefüges, ausgelöst durch existenzielle Entbehrungen, lebensbedrohende Erfahrungen, Sorge um die Kinder, permanente Ohnmachtserfahrungen und völlig unklare Lebensperspektiven. Angekommen in Flüchtlingsunterkünften finden sie sich in einer Situation wieder, in der sie ihre Familienstruktur und ihr Leben im Familienverbund wieder aufbauen müssen", erklärte die Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrates, Hildegund Rüger, anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Stellungnahme "Familien auf der Flucht – die besondere Situation und Rolle von Frauen und Mädchen" (im Volltext abrufbar unter http://www.lfr.bayern.de/aktuelles/stellungnahmen/neue/33647/index.php) des Ausschusses für Familienrecht/-politik im Bayerischen Landesfrauenrat.

Der Bayerische Landesfrauenrat hat in seiner aktuellen Stellungnahme eine Reihe von Forderungen aufgelistet. Er besteht unter anderem auf
-       die Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe bei der Erstanhörung und der Beurteilung der Asylanträge und die Berücksichtigung der Geschlechtsperspektive bei der Registrierung, der Verteilung und Betreuung;
-       die Entwicklung und konsequente Umsetzung von Gewaltschutzkonzepten, um dem Schutz vor Gewalt für Frauen in Flüchtlingsunterkünften sowohl präventiv als auch in aktuellen Bedrohungssituationen Rechnung tragen zu können;
-       die separate Unterbringung allein erziehender und traumatisierter Flüchtlingsfrauen in getrennten Gebäuden oder Gebäudeteilen (abschließbare Räumlichkeiten, ausreichende Schutz- und Rückzugsräume und ausreichend Sanitäreinrichtungen);
-       die Sicherstellung eines (klein-)kindgerechten Umfeldes in den Sammelunterkünften, in denen Familien oder Alleinerziehende untergebracht sind;
-       die Sicherstellung der Einheit der Familien, des Schutzes von Kindern und der familiären Privatsphäre. Dazu gehört auch, dass der Familiennachzug zügig ermöglicht wird und Flüchtlinge mit Verwandten in Deutschland in deren Nähe untergebracht werden, sowie
-       die Einrichtung spezieller Angebote der Sprachförderung, der beruflichen Beratung und der Bildung von Flüchtlingsfrauen.

 

51. RUNDFUNKTAGUNG DER EVANGELISCHEN FRAUEN IN BAYERN (EFB) AM 11.5.2016 IN MÜNCHEN

Unerhörtes und noch nie Gesehenes auf neuen Ausspielwegen. Das Angebot des Bayerischen Rundfunks in Zeiten des digitalen Umbruchs.

Elke Beck-Flachsenberg, Vorsitzende der EFB und stellvertretende Vorsitzende des BR-Rundfunkrates
Der BR verändert sich, weil seine Nutzerinnen und Nutzer sich verändert haben. Viele sehen und hören nicht mehr „linear“, sondern digital, hören Musik im Internet, erfahren Neuigkeiten über eine App auf dem Smartphone, sehen einen Filmbeitrag auf  Youtube oder posten auf Facebook. Die über 70 Teilnehmerinnen aus den EFB–Mitgliedsorganisationen – v.a. aus dem DEF - sind diese Nutzerinnen oder Interessierte an den Neuerungen.

(c) BR/Foto Sessner

Andrea Mittlmeier, Abteilung Softwareentwicklung und Plattformen
Die Flüchtlings-App „Ankommen“ ist Beispiel einer Entwicklung aus der Abteilung in der Rekordzeit von acht Wochen. In Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und dem Goetheinstitut vermittelt sie in fünf Sprachen Informationen zu den Schwerpunktthemen: Sprache, Grundlagen zum Ankommen in Deutschland und Wertevermittlung mit der besonderen Betonung der Gleichheit von Mann und Frau.

(c) BR/Foto Markus Konvalin

Marcus Schuler, Abteilung Softwareentwicklung und Plattformen
Der BR braucht adäquate Angebote („Habe Inhalt, suche Publikum!“) um in Bayern trotz Google und Co. noch Relevanz zu haben. Deshalb gibt es  diese Abteilung, in der Journalismus UND Technik zusammenarbeiten mit  InformatikerInnen und DesignerInnen. Die Personalisierung der Angebote ist dabei die große Herausforderung, denn Algorithmen erlauben, bei Benutzung eines Themas ähnlich relevante Themen anzubieten. Das fordert den  Datenschutz und über persönliche Interessen hinausgehende Angebote heraus. 

(c) BR

Gudrun Riedl, Stellvertretende Leiterin der Redaktion Webaktualität
Zwei Aspekte sind bei den alten Aufgaben und neuen Möglichkeiten wichtig: Im Netz zählt Schnelligkeit. Es geht um Minuten. Aber es geht auch um Exaktheit. Deshalb sind i.d.R. zwei Quellen für eine Nachricht notwendig. Im Netz müssen die Themen nah an den Menschen sein: Bayern und Regionalität. Und sie brauchen einen emotionalen Kern, denn nur mit „harten“ Themen wird keine Aufmerksamkeit erzeugt. Aufmerksamkeit bekomme ich über „Follower“, über Bilder und eine direkte Ansprache. Denn eine Regel heißt: Langweile nie!

(c) BR/Philipp Kimmelzwinger

Karin Schlüter, Redaktion Telemedien
Am Beispiel von Bayern 1 im Netz zeigt sich, dass das alte Medium für die neue Technik nicht
mehr passt. Denn Musik, Nachrichten, Moderation, Wetter und Verkehr, alles was Bayern 1 als Produkt ausmacht, ist im Internet nicht umsetzbar. Aber: Das Wetter z.B. kann mit einem Bild unterlegt werden und die Nutzer können ihre Wetterbilder schicken. Und das besondere Bayern 1- Gefühl zu Hause und entspannt zu sein, das kann auch in einer online-Strategie aufgebaut werden mit Serviceleistungen und Kommentaren der NutzerInnen oder Kochen mit einem Sternekoch und Gesprächen in einer Familie mit deren Kochrezept.

(c) BR

Thomas Hinrichs, Informationsdirektor
Das „Lagerfeuer“, existiert nur noch in den seltensten Fällen, dass die ganze Familie um den Fernseher versammelt ist. Dennoch hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Aufgabe, für einen Zusammenhalt in der Gesellschaft zu sorgen, alle MediennutzerInnen, die ältere, mittlere und jüngere Generation zu informieren, alte und neue Ausspielwege bereitzuhalten, damit alle erreicht werden und Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen können. Als Dienstleister muss der BR „zwei Pferde“ reiten, auch wenn nur Futter für ein Pferd da ist.

(c) BR/Foto Markus Konvalin

Steffen Kühne, Softwareentwickler, BR Data
„Schnee von morgen“ ist ein Beispiel, was Daten – gesammelt, recherchiert, analysiert, visualisiert und publiziert – aussagen können etwa zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus. Denn Daten zeigen Entwicklungen und eine Reportage kann daraufhin entweder allgemein oder detailliert, beschreibend oder bewertend, portioniert erzählen oder die Nutzerinnen selber entdecken lassen. Für die kleine, aber schon erfolgreiche Redaktion sind Kooperationspartner und Experten notwendig.